Donnerstag, 22. April 2010
Die Grillsaison ist eröffnet!
"Ich habe ein Stück Fleisch gegriffen, mitgenommen, es meinen Sohn genannt, in eine Plastiktüte getan.."
-Vater eines getöteten Jugendlichen im Magazin Stern

Im Anbetracht der außenpolitischen Haltung bezüglich des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan, ist es ein beängstigendes & zugleich obszönes Gefühl, Recht zu haben.. Ich werde dieses Stigma nicht los, das an mir haftet wie ein billiger stinkender Anzug. Entweder wird der Steuerzahler von seinem Mandat total verarscht, oder der ist zu einfältig, einen würdigen Vertreter wählen zu können. Die dritte Option liegt nahe, dass es vielleicht keine fähige Kompetenz gibt.
Ein Bischof dessen Namen leicht nach einer Freizeitgestaltung klingt, gibt zu, Kirchengelder veruntreut, sowie in den 80er Jahren seine Zöglinge misshandelt zu haben & entschliesst - nach Wochen des Taktierens - auf das kollegiale Drängen hin, seine Ämter niederzulegen. Es ist zugleich beschämend, dass eine Bischöfin ein ähnliches Schicksal ereilt, nur weil sie sich nach dem Konsum einer Flasche guten Weins - hoffe ich für sie zumindest - hinters Steuer setzt & bei einer Verkehrskontrolle feststellen muss, dass sie sich etwas überschätzt hat. Nur sie hatte die Chuzpe - im Gegensatz zu ihrem konfessionellen Pendant - ihre Ämter zeitnah freiwillig & ohne Umstände niederzulegen.
Mondgesicht Merkel nimmt heute Stellung zum Afghanistan Einsatz im Bundestag, der neue Matrix-geklonte Verteidigungsminister nimmt in einem Ausschuss Stellung zur Kunduz Grillfest Informationspolitik. Die Berichterstattung wurde zensiert, die zuständigen Behörden mauern, es wird viel schön geredet, nur die Wahrheit bleibt im Dunklen. Ein semantischer Drahtseilakt von dilettantischen Laiendarstellern vorgeführt. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Bundestag mit dem Cirque Du Soleil verwechselt wird. Es ist obszön und beängstigend, Recht zu haben.
Folgende Punkte werden im Ausschuss & in der Stellungnahme bestimmt nicht thematisiert:
Die Bundeswehr handelt in Notwehr, indem sie die Insassen - eine Frau & ihre Kinder - eines am Checkpoint umkehrenden und wegfahrenden Fahrzeugs von Hinten mit MG Feuer in Stücke reissen. Der Generalbundesanwalt stellt das Verfahren gegen Oberst Klein ein, der die Bombardierung zweier gekaperter Tanklastzüge anordnete; bis zu 142 Personen wurden regelrecht "durch" gegrillt, davon 30 bis 40"Kollateralschaden" (euphemistisch: unbeteiligte Frauen & Kinder). Aufgrund der verwendeten Bomben des Typs GBU-38 mit insgesamt 227 Kg Sprengstoff zusammen mit den beiden mit Treibstoff geladenen Tanklastzügen, ist es ausser Frage, dass ein veritables Barbecue auf Staatskosten gefeiert werden sollte & wurde. Alle Beteiligten wurden in Positionen versetzt, wo ausgelassene Festivitäten nicht so teuer ausfallen, sogar der Verteidigungsminister & sein Sekretär wurden wegen der verspäteten, unvollständigen & falschen Grill-Feier Informationsweitergabe an die Öffentlichkeit, von ihren Ämtern enthoben.
Strategisch betrachtet, bleibt die Erklärung offen, warum die Personen zwischen zwei stehenden Tanklastzügen vom "Red Baron" dem deutschen Gefechtsstandleiter (der Freiherr von Richthofen würde sich im Grabe umdrehen ob dem Missbrauchs seines ehrenwert verdienten Spitznamens) als "imminent threat"- eine unmittelbare Bedrohung - bezeichnet wurden, denn diese Feststellung legitimierte den Bombenabwurf, der genau seinen Zielort fand: Direkt in die, von den F15E Kampfflugzeugen gelieferten Live Bildern sichtbare Menschenmenge zwischen den Tanklastzügen. Der Vorschlag vom Piloten "Dude 16", vorerst einen Warntiefflug über das Abwurfgebiet zu vollziehen, wurde vom "Red Baron" mit "negative" abgelehnt. Grillmeister Klein will den Funkverkehr zwischen den "Dudes" & dem "Red Baron" nicht verfolgt haben.
Fraglich ist dass Entschädigungsverhandlungen in Gange sind, wenn dieser Angriff laut Generalbundesanwaltschaft kriegsrechtlich gerechtfertigt war. Die restlichen Familien Angehörigen der zusammengeschossenen Frau plus Kindern haben 20 000 $ Kompensation erhalten - mit den besten Komplimenten des Steuerzahlers. Mal schauen was unsere Artisten als Nächstes vorführen.

Res Ipsa Loquitur

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